
Viele Ideen: Aber wofür reicht das Geld?
Die Stadt Halver ist in den Miesen: Verteilt man die Schulden der Stadt auf alle Einwohnerinnen, entfallen auf jede*n Halveraner Bürger*in – also vom Neugeborenen bis zur betagten Seniorin – rund 3.200 Euro (Stand 31.12.2024). Ein Jahr zuvor betrug die Schuldenlast pro Kopf noch rund 2.900 Euro. Ein Anstieg von 300 Euro – in nur einem Jahr!
Die Stadt muss investieren, keine Frage. Unsere Straßen, Schulen, die Schwimmhalle und vieles mehr brau- chen Geld. Die leere Stadtkasse jedoch zwingt uns, Prioritäten zu setzen und notwendige Investitionen der Dringlichkeit nach zu tätigen. Neue Projekte müssen maßvoll geplant werden. Das heißt, wir müssen uns jedes Mal fragen, was wir wirklich brauchen und was warten kann oder sich viel kleiner umsetzen ließe.
Bescheidenheit stünde uns gut zu Gesicht, denn der Schuldenberg darf nicht noch weiter anwachsen: Allein für das Jahr 2024 haben Banken der Stadt Halver (also uns allen) Kreditzinsen in Höhe von 1,3 Millionen Euro in Rechnung gestellt. Mit dieser Summe hätten wir 6,5 Fachräume am Anne-Frank-Gymnasium oder an der Humboldtschule von Grund auf sanieren können. Und es ist kein Geheimnis, wie dringend diese Sanierungen an beiden Schulen benötigt werden.
Aktuell zahlen wir Kredite zurück, indem wir neue Kredite aufnehmen. So zu wirtschaften, hat keine Zukunft.
Sina Löschke
Aktuell zahlen wir Kredite zurück, indem wir neue Kredite aufnehmen. So zu wirtschaften, hat keine Zukunft. Wir Grünen Halver setzen uns deshalb dafür ein, unsere wenigen Mittel zukunftsweisend und nachhaltig zu investieren – das heißt mit dem größtmöglichen Mehrwert für alle Bürgerinnen.
Außerdem müssen wir als Stadt neue Einnahmequellen erschließen. Kooperationen mit den
Betreiberfirmen von Windrädern und Freiflächen-PV-Anlagen sind da ein sehr guter Anfang.
Es gilt aber auch, unsere größten Steuerzahler – die heimischen Unternehmen – zu stärken, etwa durch grünen Strom und attraktive Lebensbedingungen in unserer Stadt, sodass Fachkräfte gern in Halver bleiben oder zu uns ziehen.
Diese Attraktivität zu erhalten, ohne die Schulden weiter ansteigen zu lassen, ist keine einfache Aufgabe. Wir Grünen aber gehen sie entschlossen an – strategisch, maßvoll und mit großer Innovationsfreude.

Neuer Bauhof: Ein Budgetrahmen für eine maßvolle Planung
Es gibt keinen Zweifel mehr: Die mehr als 20 Mitarbeitenden unseres städtischen Bauhofes brauchen ein neues Domizil. Ein “WEITER SO” in den bisherigen Gebäuden ist wegen Schimmel, maroder Einrichtung undfehlenden Umkleiden und Toiletten für die Frauen nicht mehr zu verantworten.
Bei den Planungen des Neubaus müssen wir jetzt Vernunft walten lassen, denn die zunächst veranschlagten Kosten in Höhe von 8 bis 10 Millionen Euro kann sich Halver nicht leisten. Aus diesem Grund hat unsere grüne Ratsfraktion einen Budgetrahmen für das Projekt beantragt: maximal 6 Millionen Euro für vorbereitende Maßnahmen, Bau, technische Anlagen, Ausstattung und Baunebenkosten. Der Rat hat dem zugestimmt – einstimmig!
Für die Planer*innen heißt das jetzt, effizient und kreativ planen. Was muss rein, was kann später dazukommen? Nicht jeder Wunsch des Bauhof-Teams wird in Erfüllung gehen können. Der Budgetrahmen gibt die notwendige Klarheit. Es kann geplant und dann auch hoffentlich zeitnah gebaut werden.

Feuerwehrgerätehaus Oberbrügge: Kosteneffiziente Lösungen gesucht
So unausweichlich wie ein neuer Bauhof ist der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Oberbrügge-Ehringhausen. Auch dort arbeiten Menschen mit großem persönlichen Engagement in einem alten, verschimmelten und leider auch viel zu kleinen Gebäude.
Wir Grünen unterstützen die zeitgemäße Ausstattung der freiwilligen Feuerwehr. Einen Budgetrahmen werden wir aber auch hier brauchen, um sicherzustellen, dass mit Nachdruck kosteneffiziente Lösungen gesucht werden. Uns ist dabei vollends bewusst, dass derartige Lösungen im Alltag nicht immer die bequemsten sind.
Angesichts leerer Kassen aber haben wir gar keine andere Wahl. Wäre die Stadt ein Unternehmen, würden wir längst keine Kredite mehr bekommen. Deshalb braucht es die Einsicht und Kooperationsbereitschaft aller, wenn wir zwei Großinvestitionen (Feuerwehr und Bauhof) nahezu gleichzeitig tätigen wollen, ohne die Steuern drastisch zu erhöhen. Alle Steuerzahlenden und die kommenden Generationen werden es uns danken!

Schulen: Fördergelder clever nutzen
Unsere Schulen sind nicht gewappnet für heiße Tage. Auf den Schulhöfen der Regenbogenschule und des AFG fehlen Bäume und kühlende Grünflächen. Notwendige Reparaturen an Markisen und anderen technischen Schutzanlagen lassen auch wegen klammer Kassen lange auf sich warten. Hier heißt es, Fördermittel viel cleverer zu nutzen.
Sowohl der Bund als auch das Land NRW haben große Förderprogramme zur Klimaanpassung in Kommunen aufgelegt. Bis zu 80 Prozent Zuschuss gibt es für Maßnahmen, mit denen wir öffentliche Gebäude und Plätze hitze- und hochwasserfest umgestalten – im Idealfall mit ganz viel Grün und unversiegelten Flächen.
Für die Umgestaltung des Schulhofes der Regenbogenschule wurden diese Mittel im Frühjahr 2025 beantragt. Das kann aber nur der Anfang sein. Wenn Bund und Land einen Großteil der Kosten übernehmen, können wir auch mit wenigen Eigenmitteln große Veränderungen anschieben.

Dieser Beitrag stammt aus der neuen Infopost der Grünen Halver. Deren zwei Ausgaben können Sie hier herunterladen.